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Der Kitzelkönig - eine göttliche Abenteuerreise


Foto: Günter Wolters

 

Der Kitzelkönig
Eine göttliche Abenteuerreise
für Kinder ab 4 Jahren                    

von Hanne Weyh
nach einer Erzählung von Murat Günak in Zusammenarbeit mit dem Theater Fadenschein


Unter einem Kirschbaum in einem fernen Land sitzt Mikail und hütet seine Schafe. Der Junge träumt in den abendlichen Sternenhimmel und fragt sich, ob es noch mehr gibt, als das, was er bereits kennt und dann verliert er auch noch ein kleines Schaf.
Ein geheimnisvolles Wesen - genannt "Immerda"- rauscht mit einem bunten, trommelnden und klimpernden Gefolge heran und fordert ihn auf, mitzukommen. In seinem Gefolge befindet sich auch Bekka. Sie ist ein furchtloses Mädchen und ermutigt Mikail, sich mit ihnen vertrauensvoll auf Abenteuerreise zu begeben. Auf eine Reise des Suchens, Entdeckens und Erlebens der verschiedenen religiösen Vorstellungen, die letztendlich so verschieden gar nicht sind.

Dies ist eine Folgeproduktion des multikulturellen Märchens "Taramor" von Murat Günak. Genau wie dieses Fadenschein-Kultstück verzaubert "Der Kitzelkönig" mit liebevoller Ausstattung, atmosphärischen Bildern und stimmungsvoller Musik das kleine und große Publikum.

 

Text und Regie: Hanne Weyh
Spiel: Hanne Scharnhorst, Nöck Gebhardt-Seele Figuren: Team Fadenschein
Musik: Elmar Vibrans
Bühne: Nöck Gebhardt-Seele
Kostüme: Bärbel Rabold

Für Veranstalter:

 Spieldauer: ca. 55 min
 Aufbauzeit: ca. 4 Std.
 Abbauzeit: 1,5 Std.
 Bühnenmaße:
  7m breit, 4m tief, 2,7m hoch

Der Bühnenraum muss schwarz sein (Black Box).
Der Raum muss abgedunkelt sein .

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne bei der Anordnung der Zuschauersitze.


Diese Produktion wurde gefördert von:


Gahnz Stiftung

Richard Borek Stiftung


Freundeskreis Theater FADENSCHEIN e.V.

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Ein Stück entsteht:
Produktionsbericht
"Der Kitzelkönig-
Eine göttliche Abenteuerreise"


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Thema "Religionen"
Da das vorgenommene Thema sehr komplex ist, wurde entschieden, die Produktion in zwei Abschnitte zu teilen: Im Jahre 2017 ging es lediglich darum, das Thema zu recherchieren und den Stücktext zu entwickeln. Im Jahre 2018 folgt dann die Inszenierung als Folgeprojekt.
Das Team für Phase 1 in 2017 bestand aus Murat Günak, Hanne Weyh, Hanne Scharnhorst und Nöck Gebhardt-Seele. Die ursprüngliche Idee von Nöck Gebhardt-Seele begann im Gespräch mit Murat Günak Wurzeln zu schlagen (anknüpfend an das sehr erfolgreiche gemeinsame Projekt "Taramor"). Dieser verfasste daraufhin einen Entwurf für eine Vorlesegeschichte, die für die weitere Arbeit als Grundlage diente.
Es stellte sich schnell heraus, dass es zusätzlich jemanden braucht, der aus diesem Text ein Theaterstück schreiben kann. So ist die Vereinbarung mit der Drehbuchautorin Hanne Weyh zustande gekommen, die letzten Endes für den Stücktext verantwortlich zeichnet.

Die Reaktionen auf unser Projekt sind bereits im Vorfeld interessant und sehr unterschiedlich: Viele Menschen reagierten sehr positiv auf das Thema, vor allem sämtliche unserer "Experten", die allesamt sehr interessiert und aufgeschlossen waren und in hohem Maße zur Kooperation bereit. Wir wurden aber auch mit viel Skepsis konfrontiert. Das Thema "Religion" stößt in bestimmten Kreisen der Gesellschaft auf starke Ablehnung ("Religionen behindern die Selbstbestimmung" "… verkaufen die Menschen für blöd" "… werden immer wieder als Begründung für Grausamkeiten verwendet" "… sind Opium für das Volk" "… beleidigen den Intellekt" "… sind verbohrt und verkniffen" "… sind nicht zeitgemäß" und Ähnliches mehr). Man unterstellte uns auch schnell missionarische Ansätze. Solche Art von Argwohn hat unter Umständen auch verschiedene Förderpartner beschäftigt, denn unsere Anträge stießen auf unerwartet viel Ablehnung.

Unsere Beschäftigung mit dem Thema brachte uns selbst neue Erkenntnisse und bestätigte uns immer wieder die Wichtigkeit bis hin zu dem provokanten Statement "wer sich dem Thema Religion verweigert, begünstigt Extremismus".

Das Thema Religionen ist nun nicht nur sowieso sehr komplex, sondern unser Anspruch, das Thema für Kinder ab 4 Jahren aufzurollen stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Schnell waren wir uns im Team einig, dass es nicht um ein Lehrstück geht und dass wir bei Weitem nicht alles erzählen können, was wir entdecken und was uns am Herzen liegt. Zum Ende dieser Entwicklungsphase verständigten wir uns dann auch auf einen neuen Stücktitel: "DER KITZELKÖNIG - Eine göttliche Abenteuerreise" Eine Abenteuerreise also, in der wir versuchen, die Erlebenswelt unseres Zielpublikums im Visier zu behalten und Begegnungen mit Neuem zu erzählen. Beschäftigt haben wir uns mit Christen, Juden, Muslimen und Buddhisten. Ansonsten könnten wir nun ganze Bücher füllen mit inhaltlichen Diskussionen, die teilweise durchaus sehr kontrovers verliefen. Die "abrahamischen" Religionen ähneln sich in Vielem und schnell gelangt man zu der These, es handele sich "doch immer um den selben Gott", so schien es notwendig, zumindest eine spirituelle Richtung zu betrachten, die ohne Gott auskommt. Für den Buddhismus haben wir uns hierzu entschieden, da er auch bei uns mehr und mehr Anhänger findet und als einigermaßen bekannt vorausgesetzt werden darf.

Besonders spannend waren jeweils unsere Gespräche mit den "Experten". Zu allen Richtungen waren wir bemüht, Gesprächspartner zu finden, die sich einerseits als Gläubige zeigen und ihre Religion ernst nehmen, die aber andererseits über Offenheit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden verfügen. Sehr hilfreich war bei dieser Suche das Dialogwerk Braunschweig (Haus der Familie). Wir stießen dann z.B. auf den Verein "Abrahams Kinder e.V." in dem sich Brauschweiger Muslime, Juden und Christen treffen, oder das "Haus der Religionen" in Hannover. Wir bekamen Kontakt zu der Internetplattform www.religionen-entdecken.de. Wir sprachen mit muslimischen Frauen (mit und ohne Kopftuch) und mit muslimischen Freunden. Wir sprachen mit LehrerInnen, Kindergärtnerinnen und kirchlichen VertreterInnen aus dem christlichen Bereich (z.B. Kerstin Pustoslemsek - religionspädagogische Fachberaterin KiTas, evangelische Landeskirche Braunschweig-Wolfenbüttel). Wir sprachen mit buddhistisch orientierten Menschen und einem buddhistischen Abt (Randolph Pleske - Yun Hwa Sangha Deutschland e.V). Mit Juden taten wir uns etwas schwer, da wir in Braunschweig immer wieder auf den Namen von Frau Wagner-Redding stoßen (Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Braunschweig), die von allen als kompetente Gesprächspartnerin benannt wird, aber entsprechend nie Zeit hat. Dafür hatten wir einen Wissenschaftler (Historiker) zu Gast, der sich intensiv mit dem Judentum beschäftigte (Jörg Munzel). Hilfreich waren uns auch diverse Bücher (nur einige Titel: Navid Kermani "Ungläubiges Staunen", Helmuth von Glasenapp: "Die fünf Weltreligionen", Maria Elisabeth Straub: "Das Geschenk", Elmar R. Gruber / Holger Kersten: "Der Urjesus", Christopher Hitchens: "Der Herr ist kein Hirte - Wie Religion die Welt vergiftet", Der Spiegel - Heft 13 26.3.16). Nicht so sehr die wissenschaftlich vollständige Recherche stand aber für uns im Vordergrund, sondern die eigene Debatte und die Auseinandersetzungen im Freundes- und Bekanntenkreis. In zahlreichen Arbeitstreffen wurde das Thema behandelt und bis zu einem Stücktext weiter entwickelt. Die Arbeitstreffen von jeweils mehreren Tagen begannen im Februar 2017 und fanden in der Regel im Theater Fadenschein in Braunschweig statt. Die Treffen im Herbst hatten dann bereits technische Experimente, Modellbau und Inszenierungsideen zum Inhalt (z.B. experimentierten wir mit Helium-gefüllter Plastikfolie für die Figur des Immerda - später leider komplett verworfen), auch erste Kontakte mit dem Musiker Elmar Vibrans fanden statt. Telefonate und Mails ergänzten den Prozess. Bevor die Fadenschein-Spieler ins Weihnachtsprogramm abtauchen mussten, wurde die Arbeit zu aller Zufriedenheit mit einem (vorerst) fertigen Stücktext abgeschlossen.

Seit Januar 2018 arbeiten wir mit Fiebereifer an der Inszenierung. In der Werkstatt entsteht die Ausstattung, die ersten Proben fanden statt und beinhalteten interessante Experimente mit einer Feder!

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