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Tür auf Tür zu

AUSGEZEICHNET! PREISGEKRÖNT! BestOff - Niedersachsen
Dieses Stück wurde von der Stiftung Niedersachsen aus 61 Bewerbungen freier Theater in Niedersachsen ausgewählt, mit einem Geldpreis ausgezeichnet und zum Festival "BestOff" nach Hannover eingeladen (6.- 8. Oktober 2011)

Anmerkungen der Jury:

»Tür auf Tür zu« ist Theater für die Allerkleinsten im allerschönsten Sinne. Die Produktion besticht durch einfache und entschiedene Situationen, der auch kleinste Zuschauer gut folgen können.
Ein mit wenigen Worte und vielen Klängen agierender Mann mit Hut nimmt kleine wie große Zuschauer an die Hand zu neugierigem Betrachten eines einladenden Bühnenbildes in leuchtend klaren Farben. Immer wieder lädt ihn eine Tür zu neuen Entdeckungen, Gefühlen, verzaubernden Spielen und kurzen Geschichten ein.
Michael Nöck Gebhardt-Seele versteht es, den philosophischen Boden, auf dem Situationen und Geschichten gebaut sind, leichtfüßig und mit einer großen Verwunderung zu betreten. So kommt die Figur den staunenden Mini-Zuschauern ganz nah. Im besten Sinne ist in der Inszenierung von Edelgard Hansen die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum weich gehalten. Durch eine kuschelige Zuschauerlandschaft fühlen sich die Kleinsten dort so wohl, dass sie die Bühne dem Theatermann und seinem Spiel überlassen. Am Ende der vierzig Minuten verlassen alle Zuschauer das Universum eines liebenswerten, entdeckungsfreudigen Menschen, das untrennbar auch das Universum des Theaters hat aufleuchten lassen.
Christiane Richers

 

LILIPUT! Theater für die Allerkleinsten
 

TÜR AUF TÜR ZU                        

Eine Tür ist ein interessantes Ding:
Man kann sie aufmachen und zumachen, langsam oder schnell,
mutig oder vorsichtig.
Türen verbinden und trennen,
sie stehen für Abschied und Neubeginn.
Manche Türen sind verboten,
manche machen uns Angst,
manche machen uns neugierig.

Durch das Spiel mit der Tür werden Realität und Fantasie miteinander verknüpft und gleichzeitig entstehen Räume für viele Fragen:
Was mag hinter der Tür sein?
Birgt eine große Tür auch ein großes Geheimnis?
Was passiert, wenn jemand durch die Tür gegangen ist? Ist er jetzt weg oder was?

Kuckuck? Da! - Auf und zu, groß und klein, da und weg, dahinter stecken nicht nur alltägliche Gegensätze, sondern auch der Beginn von Fragen, die uns ein ganzes Leben lang begleiten.

Für Kinder ab 1,5 Jahren



Wo ist meine Sicherheit? Gibt es Wahrheit? Was existiert wirklich? Welche Wege will ich gehen und wer begleitet mich dabei?

"Tür auf Tür zu" ist ein spannender und zugleich anregender erster Ausflug in die Welt des Theaters. Das Stück lädt ein zum gemeinsamen Erkunden, zum Entdecken und Wiedererkennen, zum Wundern und zum Staunen.
Nahezu ohne Sprache, untermalt von Musik, Klängen und Geräuschen werden die Kinder in eine wundersame Welt von Gegensätzen, Fragen und Antworten geführt und schließlich wieder sanft auf dem Boden der Realität abgesetzt.

Zu diesem Stück ist ein Filmclip von ca. 2 min. verfügbar, der einen kleinen Eindruck vom Charakter des Stückes und unserer Arbeitsweise vermitteln soll:
(Für interessierte Veranstalter haben wir auch einen Komplettschnitt auf DVD)


Tips für den ersten Theaterbesuch finden Sie hier

Für Veranstalter:

 Spieldauer: ca. 40 min
 Aufbauzeit: ca. 4 Std.
 Abbauzeit: 1,5 Std.
 Bühnenmaße:
  7m breit, 4m tief, 2,7m hoch

Der Bühnenraum muss schwarz sein (Black Box).
Der Raum muss abgedunkelt sein .

Da die Erwachsenen mit ihren Kindern zusammen sitzen sollten, muss darauf geachtet werden, dass alle einen guten Blick auf die Bühne haben. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne bei der Anordnung der Zuschauersitze.


Regie:
Edelgard Hansen
 Musik: Elmar Vibrans
 Spiel und Ausstattung:
             Michael Nöck Gebhardt-Seele






Diese Produktion wurde gefördert von:



Freundeskreis Theater FADENSCHEIN e.V.

Ein Stück entsteht:
Produktionsbericht
"TÜR AUF TÜR ZU"
für Kinder ab 1,5 Jahren

Theater für diese Altersgruppe zu machen ist eine neue und ausgesprochen spannende Aufgabe. Ganz anders als alles, was wir bisher entwickelt haben. Wir haben mittlerweile einige Projekte von Kollegen hierzu sehen können und sind auf verschiedenen Festivals zum Thema gewesen. Da ist der Kopf erst einmal voll wie ein Bienenkorb und summselt.
Die quälende Aufgabe des Anfangens besteht darin, eine dieser Bienen zu schnappen und zu versuchen, aus ihr ein großes und wunderbares Ereignis zu machen. TÜR AUF TÜR ZU - das schien uns ein brauchbarer Einstieg.
Mit Edelgard Hansen war bald eine Regisseurin gefunden, die großes Interesse am "Theater für die Allerkleinsten" und auch entsprechende Qualifikationen mitbringt: Am "Fliegenden Theater" Berlin inszenierte sie das sehr erfolgreiche Stück "Matti Patti Bu". Für die Einrichtung der Musik ist wieder einmal Elmar Vibrans dabei. Der Braunschweiger Musiker ist in vielen Produktionen unseres Hauses bereits ein geschätzter Mitarbeiter gewesen.
Aus Büchern, vielen Gesprächen und eigener Anschauung haben wir schon einiges zum Thema gelernt. Der unmittelbare Kontakt zur Zielgruppe schien uns aber wichtig. Zwei Braunschweiger Kindertagesstätten mit Kindern im entsprechenden Alter erwiderten unsere Anfrage nach Kooperation sehr entgegenkommend: Herzlichen Dank an die "FrechDaxe" (VW-Financial) und das "Spatzennest" (Unikindergarten). Hospitationen sind möglich: z.B. einfach mal dabei sitzen, die Athmosphäre aufnehmen / zuschauen, was die Kinder bewegt / sehen, wie sie spielen und entdecken / Gespräche mit den ErzieherInnen.
Dann folgen erste Experimente.
Mit einer kleinen blauen Tür in einer gelben Wand, einem roten Luftballon und einem einfachen Musikinstrument gehen wir zu den Kindern und stellen eine kleine Sequenz vor. Das Ergebnis ist äußerst ermutigend, wir scheinen auf einer guten Spur zu sein.

schnell ist klar:
es wird keine "Geschichte" im herkömmlichen Sinn geben. Wir arbeiten mit Bildern, Musik und Tönen.
Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Schnittmenge dessen zu finden, was zweijährige Menschen und auch Erwachsene fesselt und interessiert.

erste Entwürfe entstehen am Computer und als Modell.
Bild-Ideen werden assoziiert

.. und dann geht es in die Werkstatt:











Die verschiedenen Stadien unserer Arbeit testen wir immer wieder mit kleinen Kindergruppen. Dabei bekommen wir großen Respekt vor dem "andächtigen Staunen", zu dem 2-jährige fähig sind - wunderbar!

Wir stellen auch fest, dass es nötig ist, die begleitenden Erwachsenen "mitzunehmen". Wir wollen ihnen gerne die Angst nehmen, ihre Kinder könnten sich eventuell nicht ordentlich verhalten. Es passiert immer wieder, dass einzelne Kinder mit der Situation als solcher Schwierigkeiten haben, Angst vor dem Fremden haben, raus wollen, weinen. Damit müssen wir rechnen und diesen Kindern mit ihren begleitenden Erwachsenen die Möglichkeit geben, Nähe und Distanz auszutesten - hinaus zu gehen und auch wieder herein zu kommen. Es kommt vor, dass solche Kinder dann den Sprung schaffen und voller Begeisterung in der ersten Reihe sitzen, als hätten sie nie Angst gehabt.
Wir wollen den begleitenden Erwachsenen auch gerne vermitteln, dass es in Ordnung ist, wenn sie (leise) mit ihren Kindern sprechen, das Gesehene teilen - anders, als das sonst im Theater üblich ist. Dass es dabei nicht darum geht, alles zu erzählen, was zu sehen ist ("jetzt bläst er einen Ballon auf"), ist oft schwer zu verstehen. Die Kinder sollen doch selbst entdecken dürfen, sich das heraus picken, was sie gerade anspricht - es gibt kein richtiges oder falsches Verstehen.
Aus diesen Überlegungen und Beobachtungen entsteht eine kleine Sammlung von "Tips für den ersten Theaterbesuch".

Schließlich kommt dann der Tag der Premiere. Der Saal wird mit Flokati-Teppichen und Polstern auf die neuen Bedingungen eingestellt. Das Team wird eingeschworen, denn besonders bei dem Theater für die Allerkleinsten beginnt das Theatererlebnis bereits vor dem Betreten des Saals. Eine bestimmte Athmosphäre von gelassener Ruhe und behutsamem Ankommen soll den Einstieg erleichtern.
Der Start verläuft prima, die Rückmeldungen sind ausgezeichnet.
Die erste Serie mit diesem Stück ist viel zu schnell vorbei, gerne würden wir gleich weiter machen, Erfahrungen sammeln, verarbeiten, Änderungen probieren.
So ist das eben, anderes liegt wieder an. Aber es wird weiter gehen ...