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LILIPUT! Theater für die Allerkleinsten

"Symposium - Charta vom Recht der Kinder auf Kunst und Kultur"
mit Roberto Frabetti,
Italien

Die Charta finden Sie hier

Eine Veranstaltung in Kooperation mit:
   DialogWerk Braunschweig
    Ein Projekt der Haus der Familie GmbH, Braunschweig


Im Anschluss an die Vorstellung "On Off" bieten wir die einmalige Gelegenheit eines Vortrages und anschließender Gesprächsrunde mit Roberto Frabetti aus Bologna/Italien. Roberto Frabetti stellt seine "Charta der Rechte des Kindes auf Kunst und Kultur" vor. Die Publikation wurde in 27 Sprachen übersetzt und umfasst 18 Thesen.

Alberto Frabetti ist Mitbegründer des europäischen Netzwerkes "small size", in dem 9 europäische Länder vernetzt sind. Er hat das erste Festival des Theaters für die Allerkleinsten in Bologna/Italien organisiert, das seitdem regelmäßig stattfindet. 1987 gründete er gemeinsam mit seiner Schwester Valeria Frabetti die Gruppe "La Baracca", eine Produktionsgemeinschaft auf dem Gebiet des Kinder- und Jugendtheaters. Roberto Frabetti arbeitet hier als Autor, Schauspieler und Regisseur. Seit 1997 leitet er Kurse für Fachkräfte theatraler Erziehung an der Fakultät der Erziehungswissenschaften an der Universität Bologna.

2008 wurden Roberto Frabetti und die Gruppe "La Baracca" auf dem 16. Weltkongress der Assietej mit dem Award für "herausragende künstlerische Leistungen, sowie die kreative und phantasiereiche Arbeit im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters" ausgezeichnet. 2013 erhielt Frabetti den Assietej-Preis Berlin für "besonderes Engagement für das Theater für die Allerkleinsten"

Die Veranstaltung ist besonders zu empfehlen für Erzieher/-innen, Studenten und Fachkräfte der Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Psychologie, Theaterwissenschaft UND ALLE INTERESSIERTEN!

Hintergrund: Schon seit Jahrzehnten ist zuerst im europäischen Ausland und in den letzten Jahren auch in Deutschland eine Kunstform gereift, der ein partnerschaftliches Verhältnis von Künstlern und Kindern zu Grunde liegt. Dahinter steht die Idee, kleine Kinder als Zuschauer ernst zu nehmen und sie zusammen mit ihren begleitenden Erwachsenen am kulturellen und künstlerischen Leben teilhaben zu lassen. Im Theater Fadenschein finden regelmäßig Vorstellungen für die Allerkleinsten, d.h. Kinder unter 3 Jahren statt. (LILIPUT).


ASSITEJ-Preis 2013 für Roberto Frabetti

Am 25. April 2013 wurde in Berlin der diesjährige ASSITEJ-Preis verliehen.

"Roberto Frabetti erhält den ASSITEJ Preis 2013 für sein besonderes Engagement für das Theater für die allerkleinsten und jüngsten Theaterzuschauer. Als Theatermacher, als Forscher und Lehrer und - vor allem – als Netzwerker setzt sich Roberto Frabetti seit drei Dutzend Jahren für das Kindertheater, insbesondere für das Theater für die Allerkleinsten ein. Er hat dieses Feld künstlerisch ausgelotet.
Seine Stücke – veröffentlicht im Theaterverlag Korn Wimmer auch in deutscher Sprache – zeigen, dass die Arbeit mit literarischen Vorlagen auch für sehr kleine Kinder möglich ist. Sie sind als literarische Protokolle einer künstlerischen Erprobung zugleich die Voraussetzung für einen Transfer an andere Theater.
Sein Theater – La Baracca in Bologna – hat früh gezeigt, dass es ein Publikum für dieses Theater gibt. Dies haben inzwischen auch andere für sich entdeckt. Roberto Frabetti hat jedoch auch früh erkannt, dass ein Theater für die jüngsten viele Fragen aufwirft und erklärt werden will. Wer stellt die Fragen? Sind es die Kinder? Oder sind es die Eltern, Erzieherinnen und Theatermacher selbst? Wer gibt die Antworten? Können das die Kinder sein? Wie geht man als Theatermacher damit um, wenn das Publikum gerade erst sprechen lernt. Hat die Wissenschaft Antworten parat? Pädagogik, Psychologie, Theaterwissenschaft - wer befasst sich mit der Nutzung von Kulturangeboten von Kindern im Alter von der Geburt bis zum 5. Lebensjahr? Mit Rezeptionserfahrungen? Mit Theaterformen? Mit Produktionsweisen? Mit Spielstätten?
Roberto Frabetti hat für sich mehrere Antworten gegeben und sie in die Praxis umgesetzt: Er hat in der Kunst und mit seinem Team am Theater immer wieder neue Ansätze erprobt, das Team ist seine Familie, die versteht sich als Kollektiv und arbeitet wie eine Genossenschaft. Er sucht auch selbst als Dozent in der Erziehungswissenschaft nach der Verbindung aus Theorie und Praxis, Forschung und Lehre. Und er hat schnell erkannt, dass ein grenzüberschreitender Austausch in Europa notwendig ist, um voneinander zu lernen, das Feld weiter zu entwickeln und eine europäische Bewegung für das Theater für die Allerkleinsten zu schaffen. Roberto Frabetti ist „Mister Small Size“. Er hat dieses Netzwerk 2005 zum künstlerischen Austausch auf diesem Feld erfunden. Es ist ihm gelungen, die notwendigen Mittel dafür zu akquirieren und es ist ihm – vor allem – gelungen, die Künstler in einen Diskurs über ihre Kunst zu bringen. Treffen, Diskussionen, Publikationen und Inszenierungen, auch Koproduktionen, sind Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit. Der künstlerische Austausch schafft eine Öffentlichkeit für das Theater für die Allerkleinsten. Er hat daher auch eine kulturpolitische Dimension. Diese wurde in einer Publikation zur Charta der Rechte des Kindes auf Kunst und Kultur in 27 Sprachen und 18 Thesen manifest.

Primäres Ziel von Small Size ist es, einer immer größeren Anzahl Kinder in einer immer größeren Anzahl europäischer Länder Begegnungen mit Kunst und Künstlern zu ermöglichen. Mit seiner Arbeit am Teatro Testoni Ragazzi inspiriert Roberto Frabetti auch seit vielen Jahren die deutsche Kinder- und Jugendtheaterlandschaft. Koproduktionen wie „Uno a uno“ mit dem JES in Stuttgart, die Beteiligung deutscher Theater am Netzwerk Small Size und nicht zuletzt auch das Projekt „Theater von Anfang an!“ des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland gehen auf sein – stets vernetztes! - Engagement zurück.
2008 erhielt er den Award for Artistic Excellency der Internationalen Vereinigung des Theaters für ein junges Publikum, 2013 erhält er den Preis der deutschen ASSITEJ. Herzlichen Glückwunsch!"
(Laudatio von Maria Inès Falconi, Vizepräsidentin der ASSITEJ International)